Griechenlandhilfe einmal anders

- bereits seit 12 Jahren -

Vor 13 Jahren machte ich, Annemarie Layroutz, das erste Mal Urlaub in Griechenland, auf der Insel Lesbos, und hörte in meinem Hotel ein Gespräch mit, in dem es um Hilfe für die streunenden Hunde und Katzen ging und wie man dieses Problem anpacken könnte. Kurze Zeit darauf stand ich mitten in dieser Gruppe und wir stellten fest, dass die einzige Möglichkeit, dem ganzen langsam Herr zu werden, darin bestand, regelmäßig Kastrationen durchzuführen, um die Tierpopulation vor Ort gering zu halten.

Gesagt getan. Eine Tierarztkollegin aus Wien, Frau Dr. Eva Haider, hat sich bereit erklärt mitzumachen.

Die Unterkunft wurde von meinem damaligen Hotel zur Verfügung gestellt, ein Hotelzimmer wurde zum OP umgestaltet und die benötigten Instrumente und Medikamente wurden uns von Pharmafirmen (Bayer, Vetoquinol, Heiland, 3M, Solvay-Pharma, Richter-Pharma, B. Braun, Intervet, Mundipharma, Aventis) und Herrn Dr. Dolhyi, Prakt. Arzt in Wien, kostenlos zur Verfügung gestellt.

Auch beim Transport der vielen Kilos an OP-Utensilien nach Griechenland wurde uns von den jeweiligen Fluglinien, die den Charterflug durchführten, geholfen (z.B. von Air Berlin). Seit einigen Jahren hat uns das AUA-Team (Special Cases) immer wieder Freigepäck gewährt.

Mittlerweile gibt es auch ein kleines Tierheim vor Ort, das von zwei Engländerinnen aufgebaut wurde und durch Spenden aufrecht erhalten wird. Hier haben wir nun einen kleinen ständigen OP-Bereich bekommen.

Die Hilfe hat sich ausgeweitet und seit ca. 4 Jahren werden mehrmals im Jahr Kastrationswochen vom auch mittlerweile ortsansässigen Tierschutzverein www.eresosforanimals.com, der von einer Holländerin in Leben gerufen wurde, organisiert.
Griechische, englische und holländische Tierärzte kommen, um zu helfen.

Heuer werden es bereits 12 Jahre, das wir, die zwei Tierärztinnen aus Wien, einmal im Jahr 14 Tage (manchmal auch mehr) in Griechenland verbringen und während dieser Zeit nicht nur kastrieren, sondern auch immer wieder verletzte Tiere zu versorgen haben.

Neben den Kastrationen von Hunden und Katzen gab es Zahnprobleme bei Hunden und Katzen, etliche Fremdkörper (Grannen) in den Hundeohren und v.a. auch zwischen den Zehen, akute Lahmheiten usw.

Wie z.B. im Mai 2009, ein Esel namens Oskar.

Anfang Mai wurde Oscar, der von Zuhause ausgebüchst war,  nach längerer Zeit wiederentdeckt. Er konnte nicht mehr nach Hause zurück, weil ihn jemand an einer dünnen Schnur angebunden hatte und aus seinen Befreiungsversuchen resultierte eine tiefe, bis zum Knochen gehende Einschnürung unterhalb des Carpalgelenks, die von Mitarbeitern des Vereins Eresosforanimals erstversorgt wurde. Als wir die Behandlung übernahmen, war die Wunde etwas kleiner aber die Wundheilung wurde durch wucherndes Wundgewebe erheblich gestört. Von nun an begannen „unsere Hausbesuche“ besser gesagt „Feldbesuche“. Jeden zweiten Tag wurde die Wunde gereinigt, desinfiziert, lokal anästhesiert und das wuchernde Gewebe mit einem Skalpell aufgefrischt, danach folgte die Salbenauflage und ein gepolsterter Verband. Da auch die tiefe Beugesehne stark betroffen war, musste einige Tage auch ein versteifter Verband angebracht werden. Nach einer Woche konnte Oscar den Vorderfuß wieder ohne Abknicken aufstellen und fast normal belasten. Als ich Anfang August wieder zurück nach Wien flog, war die Wunde nur mehr ca. ½ cm groß. Wir hatten es geschafft!

Bei meinem Besuch ein Jahr später war nichts mehr zu sehen.